Hallo,
ich habe mir nun alle Präsentationen auf kreative.stoffe.de angeschaut, auch einige Beiträge bewertet. Jetzt habe ich Lust bekommen, auch selbst mitzumachen und eines meiner Kostüme vorzustellen. Ich nähe seit mehr als 20 Jahren, und in dieser Zeit sind eine Vielzahl an Kostümen entstanden. Historische Kostüme sind ein großes Hobby von mir. Ich besitze fast 60 Kostüme. Neue Kostüme sind am entstehen. Es werden von mir also noch einige weitere Beiträge folgen.
Ich möchte Euch nun ein Kostüm aus dem Spätmittelalter – Burgundische Mode um 1475 - präsentieren.


Das Kostüm besteht aus einem Unterkleid und einem sehr aufwendigen Überkleid mit Schleppe. Das Unterkleid habe ich aus einem dunkelroten Jacquardstoff mit einer sehr schönen Ton-in-Ton-Musterung genäht. Es ist eigentlich ein Dekostoff, jedoch sind Dekostoffe oft auch bestens geeignet für historische Kostüme. Normale Modestoffe gibt es oft nicht mit den richtigen Mustern. Bei stoffe.de findet man unter den Dekostoffen sehr schöne Jacquardstoffe und auch Stoffe mit herrlichen Stickereien.
Die Verzierungen erfolgten durch Brokatborten. Das Unterkleid kann auch ohne das Überkleid getragen werden – sieht so auch schon sehr schön aus. Leider habe ich kein Bild vom Unterkleid alleine.
Während das Unterkleid noch verhältnismäßig einfach anzufertigen war, kostete das Überkleid sehr viel Arbeit – vor allem viel Handarbeit. Das Überkleid – auch Houppelande genannt-habe ich aus blauem Baumwollsamt gefertigt. Für den Rock allein brauchte ich gut 5m Samt wegen der Schleppe. Die Borten wurden alle von Hand aufgenäht. Eine große Schwierigkeit war es, an den passenden Webpelz zu kommen. Hermelin – Imitation war einfach nirgendwo zu bekommen, so musste ich den Hermelinpelz selbst gestalten aus einem feinen weißen Webpelz zusammen mit schwarzem Webpelz. Aus dem schwarzen Webpelz wurden die Schwanzspitzen des Hermelin genäht – das Verstürzen der zugeschnittenen Teile erfolgte ja noch per Nähmaschine, jedoch musste ich die einzelnen Teile dann alle von Hand aufnähen. Den gesamten Webpelzbesatz musste ich dann noch von Hand an das Kleid annähen. Der Rock wurde von mir dann noch gefüttert – das Futter habe ich ebenfalls von Hand eingenäht.

Nun werden manche von Euch fragen, warum bei diesem Rock auch noch Futter? Das ist jedoch absolut notwendig, denn beim Hochnehmen der Schleppe würde man sonst alle Nähte – Hand -und Maschinennähte sowie die Naht -und Saumzugaben sehen. Das wird dann alles durch das Futter verdeckt, was ja dann auch wieder gleich schöner aussieht.
Das Kleid ist durch den Samt, die Goldborten und die vielen Goldknöpfe und andere Verzierungen sehr schwer geworden, was man beim Tragen jedoch nicht merkt.
Der Kopfschmuck wurde natürlich auch von mir passend zum Kleid angefertigt. Ich habe dazu eine Perückenmontur verwendet. Diese konnte ich mir bei einer Perückenfirma bestellen, die historische Perücken nach Maß und nach den Wünschen des Kunden anfertigt. Dort habe ich mir schon einige Perücken machen lassen, da nicht nur das Kleid den historischen Gegebenheiten entsprechen sollte, sondern auch die Frisur. Faschingsperücken sind oft nicht passend, da sie ja aus billigem Kunsthaar hergestellt werden. Diese Montur sorgt dafür, dass der Kopfschmuck besser sitzt und auch mit Haarnadeln festgesteckt werden kann. Auf dieser Montur wurde das mit Plastik-Fischbein verstärkte Hutgestell befestigt und dann mit Samt überzogen. Alle Verzierungen sind von Hand gearbeitet. Zum Schluss wurde noch ein langer Schleier aus Chiffon angebracht.

Es macht viel Freude, dieses Kleid zu tragen und die durchweg positiven Reaktionen der Leute zu erleben. Ich werde bei meinen Auftritten ständig fotografiert.
Dieser Beitrag stammt von Petra K. aus Lambrecht
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Sogenannte Belege
Almerlin hat überhaupt keinen Seidensamt im Angebot. Zu finden sind Damaste, Wollbrokate, Dupionseide und vieles
andere mehr, nur keinen Seidensamt. Ob Almerlin jetzt früher
welchen im Angebot hatte, kann ich nicht sagen. Zur Zeit ist
jedenfalls kein Seidensamt im Angebot. Dieser war mit Sicherheit auch nicht billig - unter 50 Euro pro Meter sicher nicht! Und wo ist das Kostüm aus diesem angeblich bei
Almerlin bestellten Seidensamt? Es ist schon eigenartig, dass alle diejenigen Personen, die mein Kostüm kritisiert haben und angeblich doch auch Kostüme selbst nähen, es nicht wagen, bei diesem Kreativwettbewerb teilzunehmen. Das ist doch schon wirklich mehr als eigenartig!Entweder fürchten Sie Kritik oder es ist doch nichts Vernünftiges dahinter. Also,ein Aufruf an alle Kritikanten: Bitte selbst
mitmachen, bevor andere so niedergemacht werden!
Das finde ich auch. Vielen
Das finde ich auch. Vielen Dank, Milka.
Dass es hier nur um einen Kreativ-Wettbewerb geht, scheinen einige hier doch wirklich zu übersehen.
Antwort auf Kommentar
Ich habe geschrieben, ich möchte nicht wieder eine unnütze
Diskussion lostreten. Wir drehen uns überhaupt nicht im Kreis. Es gab überhaupt keinen Grund, dieses Kostüm als
Grundlage für Diskussionen werden zu lassen, die hier wirk-
lich fehl am Platze sind. Dies ist ein Kreativwettbewerb,
kein Wettbewerb dafür, welches Kostüm jetzt historischer ist als andere. Anscheinend haben Sie das immer noch nicht bemerkt. Wenn man ein historisches Kostüm macht, muss es
keine Belege dafür geben, ob es in dieser Zeit solche Kleidung gab oder nicht. Es kann niemand wirklich sagen, wie die Mode in dieser Zeit war. Es gibt schließlich nicht die Möglichkeit, in die jeweiligen Epochen zu reisen. Es
zählt eher die Liebe zur historische Mode allgemein.
Und man muss auch die Phantasie aufbringem, sich in die jeweilige Zeit zurückversetzen zu können. Um ein Kleid anfertigen zu können, das den historischen Gegebenheiten am besten entspricht, gehören dazu natürlich die historischen Belege wie Bilder und Texte, jedoch auch sehr viel Phantasie. Sonst kann man solche Kostüme nicht anfertigen.
Aber wie ich jetzt lesen konnte, gefällt Ihnen das Kostüm ja doch. Aber wieso können Sie das nicht genauso schreiben?
Warum muss dann eine solche Diskussion losgetreten werden und das in einem Kreativwettbewerb?
Ich denke, dass doch nun Schliss sein sollte mit einer solchen Diskuassion. Mein Kostüm soll nicht zu einer Replik gemacht werden. Solches ist ja erst durch andere gekommen,
die mir unbedingt einreden wollen, das Kleid sei nicht historisch. Und dies oft sogar in einem beleidigenden Ton!
Das muss man sich ja auch nicht bieten lassen.
Hätte ich eine andere Überschrift gewählt und vielleicht den Text noch etwas verändert, hätte es diese Diskussion
wahrscheinlich überhaupt nicht gegeben. Man muss hier anscheinend doch sehr auf die Wortwahl achten.
Ich möchte Sie noch darüber informieren, dass ich einen Mittelalterzyklus in PLanung habe. Dieser umfasst mehrere Kostüme aus verschiedenen Epochen des Mittelalters, angefangen mit der Mode aus fränkisch-romanischer Zeit bis zum Spätmittelalter. Es wird auch ein Kleid aus der mannessischen Handschrift dabei sein. Auch ein grünes
Damenkostüm, das auf einem Gemälde von Jan van Eyck zu
sehen ist, habe ich hier eingeplant. Das wird noch einige Zeit dauern, bis alles fertig ist, aber ich bin sicher, dass dies alles für Sie sehr ansprechend sein wird.
Außerdem möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass ich mein burgundisches Kostüm etwas verändern werde. Den Webpelz, der mir ja selbst nicht so sehr gefällt, werde ich
durch echten Pelz ersetzen - anders aber, als auf den Fotos abgebildet. Ich werde auch die Brokatborten etwas reduzieren, aber nicht deswegen, weil dies
vielleicht nicht so in Mode war, sondern weil ich Brokatborten doch für ein anderes Kostüm brauche. Da muss ich mir nicht extra welche kaufen.
Ich hoffe, dass es nun doch genug ist mit dieser Diskussion!
Sorry...ich finde die
Sorry...ich finde die Diskussion echt lächerlich...
Geht es hier um kreative Beiträge oder um die Erörterung der Kostümgeschichte???
Ich denk das ist hier die falsche Plattform...sowas gehört eher in ein Forum für Kostümgeschichte.
Das ist doch ein schönes Kleid, ist handwerklich hergestellt, hat schöne Details und es ist durchaus ersichtlich dass es in die Kostümgeschichte gehört.
Gruß Milka
Belege
Wir drehen uns im Kreis. 30 Jahre Erfahrung sind kein Garant für gute Rechernche und weder für diese Kopfbedeckung noch für die Verwendung derartiger Borten in der burgundischen Mode gibt es irgendwelche Belege.
Interessant finde ich auf Almerlin zu verweisen, die sich übrigens durchaus bewußt sind oft nur an historische Vorlagen angelehnt zu arbeiten und gleichzeitig davon zu reden Seidensamt sein nicht bezahlbar. Ich habe schon sehr guten Seidensamt von Almerlin bezogen.
Was die üblichen Kostümschneider im internet angeht, so bin ich übrigens auch der Meinung das dort sehr selten brauchbares angeboten wird, was aber das besprochene Kleid nciht historischer macht. Mir ist aber auch der Ehrgeiz mit dem es zu einer Replik erklärt werden soll unklar. Es ist ein schönes Kleid das mit viel Liebe zum Detial gestaltet wurde. Es wird nicht besser indem man verzweifelt versucht es zu etwas zu machen was es nicht ist. Zumal nur vage auf Literatur verwiesen wird und die weltliche Portraitkunst der flämischen Malerei zur sakralen Kunst umgedeutet wird.
Schöne Grüße
Andrej
Ich habe jetzt schon so viele
Ich habe jetzt schon so viele verschiedene Internetseiten gesehen, auf denen sogenannte mittelalterliche Kostüme angefertigt werden. Wenn man da historisch korrektes finden will, muss man da schon sehr lange suchen. Das meiste sieht aus wie aus Fantasyfilmen wie Herr der Ringe und wird
dann als mittelalterliche Mode bezeichnet. Und das ist wirklich alles andere als mittelalterlich! Gerade erst vor kurzem habe ich eine Seite entdeckt, auf der tolle Mittelalterkostüme angepriesen werden, auch burgundische
Modelle. Jedoch entpuppt sich dann alles als reine Fantasyprodukte, die
mit echter Mittelaltermode dann herzlich wenig zu tun haben. Namen möchte ich hier nicht nennen - bitte selbst schauen!
Jedoch mein Kostüm ist historisch korrekt. Ich möchte aber jetzt nicht
wieder eine unnütze Diskussion lostreten.
irgendwie ginge das kleid
irgendwie ginge das kleid auch noch als kostüm für tim burton durch, wenns rot wäre, wohl perfekt für die rote königin in alice.
erst malöl kompliment fürs nähen, historisch korekt ist es sicher nicht, aber wenns dir gefällt ist doch schön.
An DentelleNoire: Hast Du
An DentelleNoire: Hast Du hier auch schon Kostüme eingestellt-das würde mich sehr interessieren.
Ich habe auch einige Kostüme aus dem 19. Jahrhundert genäht - hier
hauptsächlich Empire und Biedermeier. Die meisten meiner Kostüme
stammen jedoch aus der Barock-und Rokokozeit.
An DentelleNoire: Vielen Dank
An DentelleNoire: Vielen Dank für Deinen Kommentar. Da bin ich auch
Deiner Meinung. Dein Kommentar ist sehr treffend. Das hat mich ge-
freut.
An Eve: Dein Kommentar hat mich ebenfalls sehr gefreut. Ich lasse mir
mein Kleid nicht von anderen schlechtreden. Und es ist auch schön, dass
es Leute wie Dich gibt, die Beiträge anderer noch richtig beurteilen können. Vielen Dank! Kostüme nur zu kopieren, würde mir auch nicht liegen. Und Dein Schlusswort an alle Kritiker trifft die Sache ganz genau.
Hallo Petra, lass Dir Dein
Hallo Petra,
lass Dir Dein schönes Kleid nicht von Anderen schlechtreden.
Es ist doch klar, dass man, wie DentelleNoire auch sagt, Abstriche beim Nacharbeiten eines historischen Gewandes machen muss - und Du hast ja sowieso einen Eigenentwurf gemacht und eben nichts nachgearbeitet, was ich persönlich für viiiiel besser, weil nämlich kreativer (!) halte.
Da könnten sich Einige wirklich mal eine Scheibe von abschneiden, nämlich solche, die immer nur bereits als Bildmaterial Vorhandenes nachmachen.
Ich würde zu dem Kleid sagen “Im Stil der burgundischen Mode”. Damit ist Dein Werk treffend bezeichnet - Du empfindest den Stil nach, ohne zu kopieren.
Und, an alle Kritiker:
Es gibt so viele “mittelalterlich” gewandete Leute auf MA-Märkten etc., die in lieblos gemachten Poly-Pannesamt-Sachen rumrennen - stellt doch bitte ein detailliert gemachtes, aus nicht gerade preiswerten Materialien angefertigtes Gewand wie das von Petra nicht mit denen auf eine Stufe mittels Eurer teils echt harten Kritik (die nebenbei bemerkt sehr viel von Besserwissertum hat, was Euch teilweise leider sehr unsympathisch rüberkommen lässt).
Niemand will dir hier deine
Niemand will dir hier deine Erfahrung im Nähen absprechen. Ich finde es toll, dass du so lange an diesem Hobby Freude hast.
Die Diskussion ist doch eigentlich hier sinnlos. Das ist doch ein Forum, in dem man seine kreativen Näharbeiten zeigen kann. Die Authentizität ist hier doch nebensächlich. Hauptsache, es sieht gut aus und der Schneider/ die Schneiderin ist mit ihrem eigenen Werk zufrieden.
Jeder hat ja seine eigene Vorstellung, wie authentisch sein Kleidungsstück werden soll. Bei manchen Komponenten muss man eben Abstriche machen. Das mache ich bei meinen eigenen Kostümen (hauptsächlich 19. Jh.) auch.
Ich gebe dir auch in dem Punkt Recht, dass die Modegeschichte durchaus komplexer ist. Aber leider gibt es nicht sehr viele Funde aus der Zeit und man muss sich viel auf Bilder und Beschreibungen verlassen. Das dort oft künstlerische Freiheit mit hineinspielt, ist klar. Auch können nicht alle Formen, Farben und Schnitte abgebildet worden sein, die es damals gab. Im Reenactment hält man sich eben genau an Funde und Belege, die Auskunft über die Mode geben. Andere, so wie du mit deiner Kopfbedeckung, sind eben nicht so strikt und gehen auch nach dem Motto “was hätte es geben können”. Das finde ich auch voll in Ordnung. Du hast dein Kleid ja auch wahrscheinlich nicht fürs Reenactment genäht.
P:S.: Den Namen habe ich mir ausgesucht, weil ich schwarze Spitze mag ;). Ich nähe selbst, habe aber keinen Laden oder so. Historische Kleidung zu nähen und die Recherche darüber ist einfach mein Hobby.
Ich vertrage schon Kritik,
Ich vertrage schon Kritik, jedoch weiß ich, wie die Mode in dieser Zeit war.
Alles eingerechnet, habe ich schon über 30 Jahre mit Kostümen zu tun,
ich dachte zunächst nicht, daß es schon so lange ist. Ich muss mich nicht an Gemälden und Tappiserien informieren, weil ich das gerade vor kurzen - siehe auch längerer, obiger Text, der neuesten Erkenntnissen entspricht-getan habe. Schauen Sie bitte auf der Seite nach, die ich
genannt habe. Das würde ich sehr empfehlen. Ich kann nicht erkennen,
daß ich mit meinem Kostüm so falsch liege. Die Bilder zeigen nichts anderes als das, was ich gemacht habe. Das einzige, was vielleicht zu
kritisieren wäre, ist die Hermelinimitation. Aber ich habe bereits gesagt, dass dies nur ein Kompromiss war, also nichts damit zu tun hat, wie ich es ursprünglich anfertigen wollte.
Ich beschäftigte mich schon als Kind mit historischer Mode. Das hat mich schon immer fasziniert. Zunächst habe ich für meine Puppen Kostüme
genäht, mit 17 Jahren habe ich für mich das erste Kostüm angefertigt.
Da habe ich doch wohl ausreichend Erfahrung, oder etwa nicht? Ich muss
mir jedenfalls nicht sagen lassen, dass ich keine Ahnung habe.
Originalgetreu angefertigte Stoffe gibt es übrigens unter der von mir ge-
nannten Internetseite und auch Tapisserien. Nach originalerhaltenen
Fragmenten angefertigte Stoffe können nicht falsch sein, sind aber trotz-
dem anders, als sich manche hier die Mode der Zeit vorstellen. Das
Spätmittelalter ist jedenfalls bunter und keinesfalls so finster, wie sich manche dies vorstellen.
Da kann ich eher den anderen sagen: Bitte besser informieren und
sich dabei nicht nur auf ein Kunstgeschichte oder Bilder der
Zeit verlassen. Die Modegeschichte ist viel komplexer.
Sehr geehrte petra kremer Ich
Sehr geehrte petra kremer
Ich habe Ihnen keine Künstler angegeben sondern Ihnen nur empfohlen sich an den Gemädlen, Bildern und Tapisserien der Künstler zu informieren.
Jan van Eyck - Hugo van der Goes - Meister von Flemallé -Rogier van der Weyden und noch viele weitere sie haben nicht nur kirchliche Bilder gemalt sondenr auch weltliche.
Zu Ihrer Information ich habe ständig mit Kostümen zu tun, sonst würde ich mir nicht erlauben, meine Meinung zu äußern.
Wenn Sie keine Kritik vertragen, dann dürfen Sie sich auch nicht im
Internet verewigen.
Antonie Schad
Ersatens lasse ich mir nicht
Ersatens lasse ich mir nicht verbieten zu antworten. Das ist mein gutes Recht. Die angegebenen Künstler haben meistens kirchliche Bilder
gemalt. Jedenfalls habe ich sehr wenig Modebilder gefunden. Wenn
man mehr über die Mode der Zeit erfahren will, sollte man sich Fach-
werke über Kostümgeschichte ansehen und Bücher über Weberei
und die Stoffe der Zeit. Ein Abstecher aud die Internetseite
ww.almerlin.de wäre hier für manche auch noch zu empfehlen. Hier stellt
sich eine sehr interessante Mittelaltergruppe vor.
Man kann ein Kostüm kritisieren, aber ich muss mir nicht vorwerfen lassen, dass ich keine Ahnung vgon Kostümgeschichte habe.
Sehr geehrte Schneiderin Ich
Sehr geehrte Schneiderin
Ich habe mir lange überlegt, ob ich Kritik äußern soll, aber die Bezeichnung
Kostüm der Burgundischen Mode zwingt mich dazu.
1. der übermäßige Bortenschmuck und die Pelzgarnitur
2. der Kopfschmuck ist ein Phantasiegebilde, es hat in der Burgundischen
Mode hohe prächtige Haube gegeben, die einfach gearbeitet waren
und elegant gewirkt haben.
3. Für Ihre Figur wäre ein Surkot vorteilhafter.
Diese Kritik ist nicht böse gemeint.
Die Künstler haben uns in ihren Bildern die Machart der Kleider, die Stoffe
und den Zubehör genau übermittelt, deshalb wäre es gut, sich genau
daran zu halten, dies ist historisch!
Antonie Schad
Das Kostüm gefällt mir
Das Kostüm gefällt mir theoretisch. Praktisch nervt es mich aber schon, dass die Näherin des Kleides jeden Kommentar selbst kommentieren muss. Was soll das? Wenn man keine Kritik vertragen kann, dann darf man nicht an einem Wettbewerb teilnehmen.
Ansonsten: Schönes Kleid
Samt gibt es schon seit dem
Samt gibt es schon seit dem 13.Jahrhundert, zunächst war dieser jedoch
nur für Kissenbezüge etc. geeignet. Samt wurde dann später wirklich aus
Seide hergestellt, jedoch wäre ein solcher Stoff nicht bezahlbar gewesen.
Preiswerterer Seidensamt, den man heute kaufen kann, ist meist ein Mischgewebe mit geringem Seidenanteil, so dass mir die Verwendung von
Baumwollsamt als die bessere Lösung erschien.
Es gab Leinenstoffe, Wollstoffe - auch herrliche Wollbrokate mit Golfäden,
Seide, Seidenbrokate, auch Baumwolle gab es. Samt gab es in den ver-
schiedensten Ausführungen - auch edelste Samtbrokate. Jedoch waren
Samtstoffe in dieser Zeit so teuer, dass diese wirklich nur allerhöchsten
Kreisen vorbehalten blieben.
Ungemusterte Seidenstoffe wurden oft bestickt - mit Silber-und Goldfäden, auch mit Korallen, Perlen und sagar mit Edelsteinen. Es gab auch gemusterte Borten, für höfische Gewänder auch Brokatborten mit Goldfäden und natürlich aus Seide. Also sind Borten ein fester Bestandteil der Kleidung und man kann auch nicht sagen, daß es solche Borten, wie ich sie verwendet habe, nicht gegeben hat. Diese Borten hat es gegeben.
Es wurden auch Pelze aller Art verwendet. Meist wurden Pelze als Innenfutter verwendet, aber man verwendete edelste Pelze auch zum Verbrämen von Gewändern und Kopfbedeckungen. Da echte Pelze
jedoch auch sehr viel Geld kosten, und ich unbedingt wenigstens etwas
hermelinartiges an meinem Kostüm haben wollte, musste ich eben einen
Kompromiss eingehen, und diesen Kunstpelz nehmen. Es blieb mir nichts
anderes übrig.
Ein historisches Kostüm ist nicht deswegen plötzlich kein historisches
Kostüm mehr, nur weil man jetzt nicht genau dieses Material nimmt, das in dieser Zeit in Mode war. Wer kann sich schon historische Stoffe original
getreu anfertigen lassen? Mein Kostüm ist als historisches Kostüm nicht misslungen, es ist mir gelungen, mit den Mitteln, die uns in der heutigen Zeit zur Verfügung stehen, sogar ein sehr schönes, historisches Kostüm
zu kreiren.
Und es ist nicht verwunderlich, dass es für meine Kopfbedeckung keine
genaue Vorlage gibt. Ich habe den Kopfschmuck schließlich selbst entworfen, so wie die Menschen in dieser Ziet es ja auch getan haben.
Es ist aber durchaus möglich, dass es genauso einen Kopfschmuck wirklich gegeben hat - man darf sich nicht nur auf Bilder stützen, man muss auch
fähig sein, sich in die betreffende Zeit hineinversetzen zu können. Und man darf nicht alles streng wissenschaftlich sehen.
Ich freue mich aber, dass die das Kleid trotzdem gefallen hat, auch wenn
Du denkst, es wäre nicht historisch.
Als historisches Kostüm wäre
Als historisches Kostüm wäre es mißlungen, allein schon der Stoffe wegen: Baumwollsamt ist kein Seidensamt und Webpelz sieht nicht aus wie Hermelin. Zumal wenn es um allerhöchste Kreise gehen soll. Dazu eben Borten wie sie im gesamten 15. Jahrhundert und eigentlich vor dem 20. gar nicht getragen wurden und eine Kopfbedeckung für die man weder im Stundenbuch des Du de Berry noch in landshut eine Vorlage findet.
Ich beschäftige mich halt auch schon seit Jahren mit dem Spätmittelalter und auch mit der Mode. Ich würde bei burgundischer Hofmode zu einem Blick in die Werke von Rogier Van der Waeyden, Hans Memling und Robert Campin raten, da hat es großartige Vorlagen.
Es ist trotzdem fraglos ein schöne Kleid und der Aufwand ist bewundernswert.
Es ist ein historisches
Es ist ein historisches Kostüm, wie es eben nur in allerhöchsten Kreisen getragen wurde. Natürlich hat jetzt nicht jeder seine Kleidung mit Borten,
Pelz verzieren können. Nicht jeder konnte sich ein solches Kleid leisten,
und es gab schließlich auch Kleiderordnungen. Ich habe auch noch viele andere Bücher, in denen ähnliche Kostüme abgebildet sind. Darunter befindet sich auch ein Buch, das als Standardwerk der Kostümgeschichte
bezeichnet wird. Aber ich freue mich dass Dir mein Kostüm trotzdem gefällt.
Was mich jetzt noch interessieren würde: Woher kommt Dein Name?
Bist Du bei einer historischen Gruppe dabei oder hast du einen Internetshop? Nähst Du selbst auch solche Kostüme?
Auch ich beschäftige mich mit
Auch ich beschäftige mich mit historischen Kostümen. Zwar nicht ganz so lange wie du, was hauptsächlich an meinem Alter liegt ;), aber ich denke, dass ich bei Gewandungen doch mitreden kann. Für die Landhuter Hochzeit wäre es sehr schön. Aber ich studiere auch Kunstgeschichte und im Stundenbuch des Duc du Berry findet man natürlich ähnliche Kleidung, doch Material (Borten, Samt, “Pelz” etc.) sind einfach nicht ganz passend für ein historisches Gewand. Deshalb habe ich es als historisierend eingestuft, was nicht heißen soll, dass es nicht schön wäre! Es ist eben ein Kleid, das eher der Mittelalterrezeption des 19. Jahrhunderts entspricht als ein nach heutigem Wissenstand authentisches Kostüm.
Ich muss nun doch wieder eine
Ich muss nun doch wieder eine Antwort geben, obwohl Du Zurückhaltung
besser findest. Jedoch ist der von mir verwendete Samt nicht lila, sondern
dunkelblau. Auf den Fotos siehst Du auch einen Blauton. Außerdem ist
es kein Pannesamt, sondern Baumwollsamt.
Ich fände das Kostüm ganz
Ich fände das Kostüm ganz toll, wenn der lila Pannesamt durch mehr bläulichen ersetzt werden würde. Ob es nun historisch oder historisieren ist, spielt doch im Grunde gar keine Rolle. Es steckt sicherlich sehr viel Arbeit drin, trotzdem sollte man als “Macher” nicht zu jedem leicht kritischen Beitrag gleich seinen Senf dazugeben. Mit Zurückhaltung kommt man weiter ;)
Es ist jedoch nach
Es ist jedoch nach historischewn Vorbildern gemacht. Es gibt genügend
Beispiele für solche Kostüme.
Hübsch und sicher sehr
Hübsch und sicher sehr aufwendig allerdings muss ich mich meinen Vorrednern anschliessen…mit Historisch hat das wenig zu tun vor allem der Kopfputz..sicher Hermelin wurde getragen das ist richtig, aber der ERsatz sieht dem echten Hermelin nicht wirklich ähnlich…..versteh mich nicht falsch ich respektiere die Arbeit und die Mühe aber ich beschäftige mich selbst mit historischen Gewändern aus der Zeit und deins ist um authentisch zu sein einfach zu plüschig…
Übrigens Duc Du Berry ist meines Wissens sehr frühes 15 Jhd und Landshuter Hochzeit ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei was den Anspruch des Authentischen angeht *g*
Für Nadine: Es freut mich,
Für Nadine: Es freut mich, dass Dir das Kostüm so gut gefällt.Ich werde noch mehrere Kostüme einstellen.
Für Andrej und DentelleNoire: Zunächst einmal danke dafür, dass Euch das Kostüm trotzdem gefallen hat. Aber es ist ein historisches Kostüm und nicht nur historisierend. Schließlich beschäftige ich mich schon seit mehr als 20 Jahren mit dieser Materie, da werde ich doch wohl wissen, was historisch ist und was nicht. Kostüme mit Hermelinbesatz wurden im französischen Königshaus getragen, für Deutschland vielleicht etwas zu viel Verzierungen. Aber ich wollte es genauso haben und nicht anders. Ich würde empfehlen, Bilder von der Landshuter Hochzeit oder das Stundenbuch des Herzogs Berry anzusehen.
Für Klara: Vielen Dank für Deine positive Bewertung. Es kostete viele, viele
Stunden an Zeit, bis dieses Kostüm fertig war.
Als historisches Kostüm geht
Als historisches Kostüm geht es nicht durch, aber als historisierendes bzw. Fantasy Kostüm finde ich es trotzdem interessant. Ich weiß, wie viel Arbeit in solchen Kostümen steckt und gratuliere zu deinem neuen Kleid!
Sehr schön. Ich mag
Sehr schön. Ich mag historische Kostüme ohnehin, und der blaue Samt und die Goldborte passt toll.
Hast du noch mehr Kostüme eingestellt?
Ich finde es wirklich
Ich finde es wirklich aufwendig so ein Kleid zu schneidern, ob es einem nun gefällt oder nicht ist ja schliesslich jedem selbst überlassen und auch ob es jemandem steht oder nicht! Ich bewundere Leute, die diese Geduld haben, so etwas zu nähen, und denn handelt es sich auch noch um Kostüme, die man ja schliesslich nur zu bestimmten Anlässen tragen kann und sonst die meiste Zeit nur zum Anschauen sind!
Ob es mir gefällt oder nicht, sei dahingestellt, aber der Aufwand (Handarbeit, Idee, Zeit,…) rechtfertigt das Ergebnis schon irgendwie…
An sich eine nette Arbeit
An sich eine nette Arbeit aber mit burgundischer Mode um 1475 hat das doch eher am Rande zu tun. Der Grundschnitt mag daher stammen, die übermäßige Verwendung von Borte, das Unterkleid, der nachgemachte Hermelin und vor allem die Kopfbedeckung sind doch eher Phantasieprodukte.
Unter der Prämisse ein Kostüm für den venezinaischen Karneval zu sein würde ich das Kleid gut finden, auch wenn cih beim Stoff keinen Samt genommen hätte, als burgundische Mode fällt es aber durch.
Vielen Dank für Deine Kritik!
Vielen Dank für Deine Kritik! Ich trage das Kostüm bei historischen Veranstaltungen oder auch mal nur so aus Spaß an der Freud´. Wenn
ich von einem Kostüm neue Fotos brauche oder ein neues Kostüm
fotografiert werden muss, dann warte ich natürlich nicht solange, bis
es eine Veranstaltung gibt, zu der solche Kostüme passen. Da nutze ich
dann eher gutes Wetter aus und werfe mich in Schale. Und wenn die
Leute mich dann sehen, kommt das meistens sehr gut an.
Erstmal Respekt für die viele
Erstmal Respekt für die viele Arbeit, sowas erfordert bestimmt eine Menge Geduld!
Das Kleid an sich ist nicht so ganz mein Fall… der Schnitt und der dunkelblaue Samt mit den goldenen Verzierungen gefallen mir gut, aber der Webpelz und der Kopfschmuck gar nicht. Ich finde echten Hermelinpelz bzw. realistische Nachahmungen schon nicht so schön, die improvisierte Version gefällt mir überhaupt nicht… an sich eine gute Idee, das so hinzubasteln… optisch aber wohl Geschmackssache ;)
Wo trägst du solche Kostüme denn?
Stimmt, hab ich gar nicht
Stimmt, hab ich gar nicht beachtet. Mein Nachname ist allerdings Kallert, also doch nicht identisch.
Die Trägerin bin ich selbst.
Die Trägerin bin ich selbst. Das ich selbst den Stil der Zeit vielleicht nicht
ganz herüberbringe, mag ja sein. Ich bin Brillenträgerin und das passt ja
auch nicht so ganz. Aber ohne Brille geht es eben nicht. Allerdings weiß
ich jetzt, daß Dir mein Kleid doch gefallen hat. Und das ist ja die
Hauptsache.
Aber eines ist auch ein guter Zufall. Wir haben beide den gleichen
Vornamen, sogar der Nachname fängt mit dem gleichen Buchstaben an.
Als ich Deinen ersten Kommentar entdeckt habe, dachte ich schon: Was
ist denn das? - so überrascht war ich.
Ja, kann schon sein. Deswegen
Ja, kann schon sein. Deswegen schrieb ich auch “meiner Meinung nach”. Das Kleid selbst wirkt auch gut, allerdings bringt die Trägerin (wer auch immer das ist) den Stil dieser Zeit kaum rüber.
Das Nähen war auch sehr
Das Nähen war auch sehr aufwendig; es ist mein eigener Entwurf - keine Nachahmung aus irgendwelchen Heften oder Filmen. Dass es Dich nicht
überzeugt ist allein Deine Meinung. Bisher hat das Kostüm allen gut gefallen, und das Ergebnis ist auf jeden Fall überzeugend.
Sieht aus, als wäre das Nähen
Sieht aus, als wäre das Nähen des Kleides sehr aufwendig gewesen. Das Ergebnis überzeugt meiner Meinung nach aber überhaupt nicht.