Nähanleitung: Mittelalter-Umhang

Bild von irea

Schwierigkeitsgrad: für kreative Anfänger/innen mit Grundkenntnissen geeignet

Zeitaufwand: ungefähr 2-3 Stunden

 

Diesen Umhang habe ich konstruiert, da die meisten gängigen Schnitte für Umhänge halbkreisförmig die Breite des Stoffes ausnutzen und somit entweder zu kurz für mich sind oder am Saum noch Nähte zur Verlängerung haben.

Ich wollte einen Umhang haben, der sowohl lang als auch breit ist (damit er beim gehen schön „fliegt“) und keine waagerechten Teilungsnähte hat.

 

Entstanden ist am Ende dieses Modell:

von vorne

 

von hinten.

 

Man benötigt:

  • 3-4 m Stoff (je nach gewünschter Länge), mit etwas Stand; unbedingt darauf achten, ob beide Seiten gleich sind oder nicht!
  • passendes Garn
  • eine Kordel
  1. Im ersten Schritt werden zwei der drei Teile zugeschnitten, aus denen der Umhang besteht. Die beiden Seitenteile sind rechtwinklige Trapeze, das Teil in der Mitte ist ein Rechteck.

Auf der Grafik sind die beiden Seitenteile dunkelgrün.

 

Man schneidet also zwei Teile aus, die Länge entspricht jeweils der gewünschten fertigen Länge (bei mir ca. 155 cm) plus Nahtzugabe und etwas mehr, um einen Tunnelzug zu nähen.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

Sind bei dem Stoff die linke und die rechte Seite gleich, kann das zweite Teil rechts neben dem ersten zugeschnitten werden. Sind die Seiten nicht gleich, müssen sie auf der Stoffbahn untereinander sein.

 

  1. Jetzt wird das Mittelstück zugeschnitten. Es ist 60 cm breit und hat dieselbe Länge wie die Seitenteile (auch mit Nahtzugabe und etwas mehr für den Tunnelzug). Auf der Grafik ist das Teil hellgrün.

  1. Als nächstes werden die drei Teile zusammengenäht.
  1. Jetzt wird der Tunnelzug genäht, er ist ca. 2-3 cm breit. Er kann breiter sein, wenn man eine breite Kordel verwenden möchte.

 

Die Kordel wird durchgezogen und der Halsausschnitt auf die gewünschte Länge gerafft. Am besten am zukünftigen Träger ausprobieren, wie der Umhang sitzen soll! Die Kordel sollte am besten vorerst an den Öffnungen des Tunnels festgeknotet werden, damit die Raffung so bleibt, wie sie sein soll (sie wird später noch festgenäht).

 

  1. Im nächsten Schritt wird die Länge des Umhangs angepasst. Am besten sucht man sich dazu einen Helfer, der den Saum absteckt, während man selbst den Umhang trägt. Der Saum wird beim Mittelstück kaum verändert (außer er ist zu lang) und wird zu den Seiten hin einen Bogen nach oben beschreiben.

In der Grafik ist die gestrichelte Linie der ursprüngliche Saum und die durchgezogene Linie der fertige Saum.

  1. Als nächstes wird die Kapuze gemacht, die aus zwei Teilen besteht (rechtes Teil und linkes Teil). Man nimmt dafür das übrig gebliebene Trapez der Stoffbahn.

Man kann die Kapuze von einer Jacke oder einem Pulli abmalen, solange an darauf achtet, dass die untere Kante der Länge des Halsausschnitts des Umhangs entspricht.

Wer möchte, kann eine Zipfelkapuze machen.

 

Die Kapuzenteile rechts auf rechts aufeinander nähen und wenden. Dann wird die Kapuze an den Umhang angenäht: links auf links. Wenn man dann die Kapuze umdreht überdeckt sie den Halsausschnitt des Umhangs.

Übrigens werden in diesem Schnitt die Falten der Raffung festgenäht, man kann also jetzt die Knoten in der Kordel lösen.

 

  1. Zum Schluss werden der Saum, die Seiten und die Kapuze versäubert, zweimal umgeschlagen und festgenäht. Fertig ist der Umhang!

 

Natürlich kann man den Umhang auch mit einer Fibel oder einem Knopf schließen, wenn man keine Kordel verwenden möchte. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt!

 

Und jetzt: Viel Erfolg und viel Spaß beim Nähen eures Umhangs!

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