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Nähanleitung: Schals in Soluvlies-Technik

Bild von Miaka
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Eigene Bewertung: Keine

 Vorneweg: die Technik habe ich mir nicht selbst ausgedacht und in anderen Varianten (Wollfäden auf einen Trägerstoff nähen oder alleine aus den Fäden eine mehr oder weniger durchsichtige Fläche erstellen) schon öfter gesehen, ich habe sie nur für meine Bedürfnisse abgewandelt und sehe sie als schöne Methode, um aus verschiedenen Stoff- und Bänderresten organisch wirkende, zerfetzte Flächen zu machen.

Die Schals waren dabei für mich eher Tests, wie die Technik mit verschiedenen Materialien wirkt, natürlich kann man auch Kleidungsstücke in dieser Art herstellen. Ich habe es auch fest vor =) 

So, genug Blabla, ihr braucht:
Soluvlies, also wasserlösliches Vlies in der doppelten Größe der gewünschten Fläche. Das Vlies bekommt ihr hier.
Stoff- und Bänderreste (Spitze, Satinband...), Wolle oder andere Fäden je nach Geschmack.

Die Stoffreste werden zur Vorbereitung in kleine Streifen gerissen. Ich hatte für diesen Schal einen sehr feinen Baumwollstoff, Nessel, zwei verschiedene Satins, Leinen und Häkelspitze.
Da ich eine möglichst ausgefranst und kaputt aussehende Fläche erreichen wollte, habe ich das ganze ohne Rücksicht auf Verluste gerissen (bei festerem Satin oder Leinen kein großer Spaß) und alle fransenden Fäden dran gelassen.
Hier meine Streifen, die noch für mindestens 2 Schals reichen =)
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Das Soluvlies wird in der gewünschten Größe zugeschnitten und in einer Lage auf einer entsprechend großen Fläche ausgelegt. Für einen längeren Schal musste ich stückeln, dafür habe ich das Vlies einfach leicht überlappend hingelegt und mit Stecknadeln fixiert.
Und dann beginnt der spaßige Teil: die Stoffstreifen und Fäden nach Lust und Laune auf dem Vlies verteilen
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Man kann mit dieser Technik natürlich auch sehr strukturierte Flächen basteln, also die Fäden alle parallel legen und später mit einem akkuraten Muster absteppen. Ich will aber wie gesagt Chaos, also habe ich munter drauf los gelegt:
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Wie viele Stoffstreifen man benutzt ist Geschmackssache, je dichter sie liegen, desto undurchsichtiger wird die Fläche später.
Wie man auf dem Foto sieht habe ich stellenweise sehr dicht und gerade am Rand etwas lockerer gelegt.
Dann wird die zweite Lage Soluvlies draufgelegt und mit Stecknadeln fixiert:
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Dieses Soluvlies-Fäden-Sandwich kommt nun unter die Nähmaschine, je nach gewünschter Optik steppt man das ganze nun zusammen.
Auch hier wieder: je dichter die Stepplinien aneinander sind, desto fester wird das Ergebnis.
Ich habe natürlich wild drauf los genäht, hier soll nichts symmetrisch werden ;)
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Beim nächsten Schritt sieht man dann, ob das Ergebnis so wird wie man es sich vorgestellt hat: das Vlies wird in warmem Wasser ausgewaschen. Dabei wird es erst durchsichtig und glibberig, löst sich dann aber komplett auf.
Ich wasche mindestens 3mal in frischem Wasser aus: beim ersten Mal löse ich nur das Vlies auf, beim zweiten Mal nehme ich ein bisschen Waschmittel zur Hilfe um die Reste zu entfernen und beim dritten Mal spüle ich mit klarem Wasser nach. 
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Jetzt heißt es warten, bis das Stück getrocknet ist...
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Es kann sein, dass der Schal sich nach dem Trocknen hart und brettig anfühlt - dann sind vermutlich noch Reste vom Vlies drin. Wenn man den Effekt nicht mag sollte man dann einfach noch mal mit viel Wasser drangehen und die Reste auswaschen.

So sieht der helle Schal in fertig aus:
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Und für die Statistik noch einmal der dunkle:
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