Irgendwann vor ca. hundert Jahren habe ich mal vorgestellt, wie ich Schleifchen aus Satinband mache - jetzt kommen die "großen Schwestern" aus x-beliebigem Stoff (wer es sich einfach machen will nimmt unelastisches Gewebe) dran.
Also so etwas:

Vorneweg: die Schleifen legen sich am schönsten, wenn man die Schnittteile im schrägen Fadenlauf (also im 45°-Winkel zur Webekante) zuschneidet, wenn der Stoff dafür nicht reicht geht auch gerader Fadenlauf. Ich würde nur nicht empfehlen, die Rechtecke einfach irgendwie aus dem Stoff zu hacken, das sieht dann schnell eher unschön aus.
Und apropos unschön: Miene Nähmaschine zickt, deswegen sind die Nähte bei den Einzelschritten nicht so schön. Macht aber nix, wie man oben sehen kann sind die Nähte sowieso alle unsichtbar =)
Erstmal die benötigten Schnitteile - die Maße "Breite" und "Höhe" sind dabei als fertige Maße der Schleife zu sehen


Jetzt wird genäht: alle Teile werden einmal längs gefaltet. Teil 1&3 werden jeweils an der langen Kante zusammengenäht, die beiden kurzen bleiben offen.
Teil 2 wird rundherum zugenäht, bis auf eine kleine Öffnung möglichst in der Mitte der langen Kante, die brauchen wir nachher zum wenden.

Die Nähte werden alle erstmal plattgebügelt, bei Teil 1&3 die Nahtzugaben vorsichtig auseinanderbügeln (nur mit der Spitze des Bügeleisens über die Nahtzugabe bügeln, es sollen keine Brüche plattgebügelt werden), bei Teil 2 die Nahtzugaben an den Ecken verschneiden.

Dann werden alle Teile gewendet. Bei Teil 2 die Ecken vorsichtig rauspulen (am besten nicht mit Stifen oder Scheren drin rum stochern, sondern die Ecken vorsichtig zwischen zwei Fingern ausrollen, das sollte es auch tun), bei Teil 1&3 die Naht möglichst mittig legen und das ganze Teil ausbügeln (jetzt wollen wir auch platte Brüche ^^)

Alle Teile fertig gewendet und gebügelt:

Wer auf Steppnähte steht kann jetzt alles rundherum absteppen, es empfiehlt sich auf jeden Fall, die offenen Kanten von Teil 1 zu versäubern, wenn man einen stark fransenden Stoff hat.
Die offene Stelle zum wenden kann man unsichtbar von Hand zunähen, ich lasse sie aber meistens offen, weil sie direkt in der Mitte liegt (und damit nachher unter dem Band - ja, das war eiskalte Berechnung)
Danach wird die Mitte von Teil 1&2 markiert, bei Teil 1 werden die offenen (bzw. jetzt versäuberten) Kanten leicht überlappend auf die Mitte gelegt und festgesteckt.

Anschließend wird mit doppeltem Faden (gut verknoten!) und großen Heftstichen durch die Mitte genäht, dabei immer alle Stofflagen mitfassen. An dieser Stelle kann ich allen die es ausprobieren nur einen Fingerhut ans Herz legen ;)

Der Faden wird angezogen, zwei- oder dreimal um die Mitte gewickelt und auf der Rückseite vernäht.
Bei Teil 2 das gleiche, nur dass wir dort natürlich nicht vorher die Enden umlegen.

Jetzt wird Teil 2 auf Teil 3 gelegt und festgenäht - aha, es sieht nach Schleife aus:

Jetzt kommt wieder Teil 3 ins Spiel, das an der Rückseite der Schleife mit ein paar Stichen fixiert wird:

Anschließend wird es einmal möglichst fest um den "Knoten" gewickelt, ein bisschen eingeschlagen und an der Rückseite festgenäht. Und das wars!
Jetzt kann die Schleife an Kleidungsstücke, Haarspangen, Broschen oder sonstwo hin genäht werden. Einige Haarspangen oder Broschennadeln kann man auch einfach unter dem Band durchschieben, so wie hier:

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