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Rokoko

Rokoko Pölsterchen als Unterbau

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Rokoko Pölsterchen als Unterbau

Für diejenigen, die Rokokoposchen, wie ich sie in einer anderen Anleitung vorgestellt habe, als zu üppig empfinden, gibt es hier eine kleinere Alternative für die letzten 30 Jahre des 18. Jahrhunderts. Beide Kissen werden mit zwei Bändern um die Taille geschnürt und sollten unter allen Röcken liegen.

Ich zeige euch, wie man in wenigen Schritten ein großes Pölsterchen herstellt, mit dem besonders die geraffte Robe à la Polonaise etwas mehr Füllung erhält.

Die kleinere Option hingegen trägt fast gar nicht auf und ist praktisch, um die Lücke zwischen zwei Poschen zu schließen.

Die Herstellung ist sehr einfach, aber ich habe mehrere Versuche gebraucht, um auf die richtigen Maße zu kommen. 

 

Material:

Baumwolle oder Leinen, z.B.

http://www.stoffe.de/15-10003-020_tula-cotton-medium-2.html?$category=7vk69fch28n

1m Schrägband oder Falzband (Kordeln hingegen schneiden zu sehr ein), z.B.

http://www.stoffe.de/24-4066-12_baumwollband-12.html?$category=8ujydfomfn2

Füllwatte

http://www.stoffe.de/49-60003497_vlieseline-dekowatte.html?$category=lgfmfht6b98

 

Schnittmuster:

Die folgenden Schnittmuster können recht einfach mit einem langen Lineal und Schneiderkreide direkt auf den Stoff übertragen werden. Sie müssen je zwei Mal ausgeschnitten werden. 1cm Nahtzugaben rundherum sind bereits enthalten.

Zusätzlich sollten je zwei Bänder mit je 0,5m Länge bereitgelegt werden.

 

Nähen:

1. Alle Teile ausschneiden und umsäumen.

2. Wenn nötig, aus dem Schrägband ein dickeres Band formen, indem es einfach in der Mitte zusammen geklappt und dann mit einer Naht fixiert wird. Ansonsten einfach Falzband verwenden.

3. Beide Stoffteile rechts auf rechts aufeinander legen. Dann das Band wie abgebildet zwischen die Stoffschichten legen. Dazu habe ich extra ein kleines zweifarbiges Modell angefertigt, da der Kontrast bei weißem Stoff nicht wirklich sichtbar wird. Das große Kissen funktioniert trotz anderer Form analog.

4. Alles mit Nadeln fixieren und wie mit der blauen Linie angedeutet entlang nähen. Dabei ca. 10cm an der flachen Seite zwischen den Bändern offen lassen.

5. Nun das Kissen wenden und mit Füllwatte großzügig befüllen. Schließlich soll das Kissen auch durch mehrere Lagen Stoff nicht zerdrückt werden.

6. Als letztes wird nun diese offene Stelle geschlossen, indem beide Nahtzugaben nach innen geklappt und mit Nadeln beide Schichten aufeinander fixiert werden. Entlang nähen und gut verknoten/vernähen.

7. Nur beim großen Kissen kommt eine Besonderheit hinzu: In der hinteren Mitte wird eine Art „V“ abgetrennt, da die Spitzen des Oberteils zumeist sehr weit herunter gehen und eine Füllung dort stören würde. Einfach mit der Maschine entlang nähen.

 

Tipp:

Denkt daran, dass der Rock nun an den entsprechenden Stellen etwas länger sein  muss.

 

Fertig!

 

Rokoko Unterbau (Poschen)

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Rokoko Poschen

 

Diese Ableitung ist für Unterbauten des späteren Rokoko geeignet. Während in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch das wie ein ovaler Reifrock aussehende Pannier getragen wurde, griff man später auf die kleineren Poschen zurück, die rechts und links von der Hüfte getragen wurden. Diese hier sind schön breit und nicht so klein wie bei einigen gekauften Schnittmustern. Sie wirken auf den ersten Blick ungewohnt, verleihen aber die passende Silhouette. Denn umso breiter die Hüfte, desto schmaler wird optisch die Taille.

 

Materialien:

- fester Köper für den Hauptteil der Poschen

- dünnerer Baumwollstoff für den oberen Teil

- 5,84m Stahlband, z.B. 11mm breit, (8x 0,73m) und 16 Endkappen (unbedingt Stahl, kein Plastik!)

- 10,9m Baumwollfalzband (kein Schrägband) oder wahlweise davon 6m Tunnelband (10,9m teilen sich auf in: mind. 1,1m Taillenband, 2x 0,4m für Schlitz, 6x 0,5 für Schlaufen, 8x 0,75m für Tunnel)

 

Schnittmuster:

Seiten: (2x) 40x75cm + Nahtzugaben hinzufügen, aus Köper

Innen: (2x) 41x28cm + NZ, aus Köper

Boden siehe Zeichnung (+NZ), aus Köper

Oben siehe Zeichnung (+NZ) aus Baumwolle

 

Nähen:

Alle Teile umsäumen, das Stahlband zuschneiden und mit Endkappen versehen, das Band ebenfalls zuschneiden und die Ecken umnähen

Anleitung pro „Beutel“, d.h. alle Schritte müssen natürlich zweimal ausgeführt werden.

Nun die Tunnel auf die Seitenteile nähen. Hierbei bleibt eine Seite offen.

Die kürzere Kante (und zwar die, bei der die Tunnel bereits zugenäht sind!) wird nun rechts auf rechts an das Innenteil genäht. Letzteres ist 1cm länger. Dieser cm wird umgeschlagen.

Die längere Kante wird nun auf die Rundung des Bodens genäht. Rechts auf rechts (grün auf der Schnittmusterzeichnung).

Nun wird das Innenteil an die blaue Kante des Bodens genäht (rechts auf rechts). Die Teile sehen nun wie ein Beutel aus, dessen spätere Außenseite noch innen ist.

Jetzt erst wird das Stahlband durch die noch offene Seite der Tunnel eingezogen. Während man den Stahl mit Nadeln vom Herausrutschen hindert, wird der „Beutel“ nun geschlossen, indem Seitenteil und Innenteil an der zweiten Kante aneinander genäht werden.

Nun das ganze Teil wenden.

Das obere Teil bekommt nun einen Schlitz, durch den man die Poschen später wie Taschen nutzen kann. Band zum Verstärken wird angenäht.

Rechts auf rechts wird die grüne Kante des oberen Teils nun an die verbliebene lange Seite des Seitenteils genäht.

Die nicht farblich markierten Kanten werden 1cm breit umgeschlagen und festgenäht.

Die rote Kante wird nun in Falten gelegt und an das Taillenband genäht.

Wie eng die Falten liegen müssen, ist je nach Taillenbreite des Trägers unterschiedlich, außen sollten sie jedoch enger liegen als innen. Am Besten lässt sich dies an einer Schneiderpuppe ausmessen. Im Zweifel nimmt man das halbe Taillenmaß als Abstand zwischen den Stellen, wo die beiden Schlitze der Taschen sich befinden.

Nun können wahlweise noch Bänder angenäht werden, die das Verrutschen verhindern. Vorne eins, hinten zwei.

Fertig!

 

Rokoko Hängetasche

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Anleitung Hängetaschen für Rokoko-Kleid

Wer kennt dieses Problem nicht: Bei Kostümtreffen möchte man nicht auf moderne Helferchen wie Uhr, Haustürschlüssel oder Handy verzichten, hat aber keinen Stauraum dafür, denn historische „Handtaschen“ bzw. Muff etc. bieten einfach nicht genug Platz und die modernen Riesentaschen passen einfach nicht dazu.

Hier gibt es jetzt eine Anleitung für ein paar Hängetaschen des 18. Jahrhunderts. Sie wurden unter den Rock gegürtet und konnten durch Schlitze im seitlichen Rockteil erreicht werden. Dadurch hat man Verstauraum, muss aber nicht mit riesigen Unterbauten kämpfen. Bei einer Robe a la Polonaise auf jeden Fall hilfreich.

Hinweis: Die angegebenen Maße sind Minimalwerte. Kleiner würde ich die Taschen auf keinen Fall machen. Möchte man z.B. noch einen zusammenklappbaren Regenschirm dabei haben, würde ich das Schnittmuster mal 1,5 nehmen.

1. Das Material

- Baumwolltuch o. Ä.

- stabiles Band, ca. 2mal das Taillenmaß, damit genug Band für eine Schlaufe übrig ist

- ca. 1m Schrägband

 

2. Das Schnittmuster:

Schneidet dieses Schnittmuster 4 mal aus. Die gestrichelte Linie zeigt den Verlauf des Schlitzes zum Eingreifen. Den dürft ihr nur bei zwei der Teile ausschneiden

3. Das Nähen

Umsäumt alle Teile. Nehmt dann die beiden geschlitzten Teile beiseite und fügt dort das Schrägband an, damit die Schlitze stabiler sind (siehe Bild).

Näht nun immer Vorderseite (mit Schlitz) und Rückseite rechts auf rechts zusammen. Wendet es danach und näht noch einmal zur Verstärkung an den Kanten entlang.

Fügt als Letztes das stabile Band an die beiden fertigen Taschen. Jede Tasche sollte auf einer Seite hängen. Vorne könnt ihr das Band dann mit einer Schleife o.Ä. binden.

Zusatzinfo:

Diese Taschen waren im Rokoko häufig bestickt oder verziert. Es sieht bestimmt sehr schick aus, wenn Reste von Jacquard Stoffen o.Ä. verwendet werden.  

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