Vlieseline

Bild von Miaka

Nähanleitung Stoffmäppchen

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Eigene Bewertung: Keine

Dieser Schnitt ist prinzipiell ganz einfach, mal muss nur für das Schrägband recht genau nähen können.

Material:

  • 26x33cm Oberstoff. Ich nehme meistens dünnen Baumwollstoff, hab aber auch schon einen recht dicken Wollstoff genommen. Der Stoff sollte nicht elastisch und nicht zu rutschig sein, Satin u.ä. kann man mit Vliseline (Bügeleinlage) "bändigen"
  • die gleiche Menge festen Stoff (Jeans) als Futter
  • wenn der Jeansstoff nicht passt noch eine weitere Lage farblich passenden Stoff als Futter, in dem Fall wird der Jeansstoff als Zwischenfutter verarbeitet.
  • ~1m Schrägband (Baumwollschrägband lässt sich am einfachsten verarbeiten)
  • für den Verschluss ~65cm Satinband oder 1-2 Knöpe (+ Knopflochgarn für handgestochene Knopflöcher oder eine Knopflochfunktion an der Maschine) - oder was einem als Verschluss sonst so einfällt


Als erstes wird ein Stoffrechteck mit den Maßen 26x33cm zugeschnitten (Maße des fertigen Mäppchens sind dann 26x12cm), die beiden unteren Ecken werden abgerundet. Je größer die Rundung ist, desto leichter lässt sich nachher das Schrägband annähen. In meiner Zeichnung sind die Rundungen etwas zu klein geworden.
Dieses Rechteck braucht ihr aus dem Oberstoff, dem Jeansstoff und (falls vorhanden) dem Futterstoff.
Die Rechtecke werden links auf links exakt aufeinander gelegt. Bei einem extra Futter liegt der Jeansstoff zwischen den beiden Stofflagen. Das ganze bügelt man am besten an dieser Stelle nochmal und sichert es mit ein paar Stecknadeln.
Dann werden alls Stofflagen zusammen versäubert, dabei muss man darauf achten, dass sich nichts verschiebt.
Genau genommen wäre das Versäubern gar nicht nötig, weil die Kanten nachher alle mit Schrägband eingefasst werden, ich nutze diesen Schritt nur, um alle Lagen zunächst mal zu verbinden. Man kann das ganze auch einfach mit ein paar Stichen heften, ich finde aber dass es mit einem großen Zickzackstich am einfachsten geht.

In den folgenden Bildern ist der Oberstoff immer grün, das Futter orange dargestellt.

Die obere (gerade) Kante wird dann mit Schrägband eingefasst. Wie das geht kann man bei Natron&Soda (hier) nachlesen, ich erklär das nicht nochmal ;)

Nun wird das ganze Gebilde gefaltet, wie genau sieht man (hoffentlich ^^) am Bild. Der gefaltete Bruch (grün dargestellt) ist 11cm von der Schrägband-Kante entfernt.
Diesen Bruch kann man erstmal plattbügeln und die Außenkanten des Mäppchens, das man langsam als solches erkennen kann, absteppen. Ich sicher sie allerdings nur mit Stecknadeln, das reicht auch.

Wer einen Satinband-Verschluss haben will, muss das Band nun annähen. Dafür wird es so gefaltet, dass ein längeres und ein kürzeres Ende entstehen. Das Band wird dann mit dem Bruch an die Mitte der Oberkante des Mäppchens (welch schöne Wortkonstruktion, aber das Bild zeigt was ich meine) gesteckt und evtl. mit ein paar Stichen gesichert.Richtig angenäht wird es nachher mit dem Schrägband.

Nun wird die komplette Außenkante mit Schrägband eingefasst. Das ist etwas friemelig, vor allem weil es von beiden Seiten schön aussehen sollte. Bei mir wird es am besten wenn ich nach dem ersten Schritt (also nachdem ich das offene Band angenäht habe) die Nahtzugabe an den Rundungen und an Stellen mit vielen Stofflagen 1-2mm zurückschneide, das muss man aber einfach ausprobieren. An dieser Stelle tut man sich einen großen Gefallen wenn man Baumwollschrägband nimmt. Wenn man das ganze aus einem glänzenden Stoff macht und unbedingt Satinschrägband haben will, sollte man möglichst dickes (also auch festes) nehmen, das kostet im Zweifelsfall ein bisschen mehr, lässt sich aber besser verarbeiten.
Um schöbne Abschlüsse zu bekommen faltet man das Schrägband nach dem Ansteppen einmal um die offene Kante, erst dann wird es eingeschlagen und zum 2. mal festgesteppt.

Wer das ganze mit Knöpfen schließen will macht jetzt noch Knopflöcher und näht die Knöpfe an, die ungefähre Position seht ihr auf dem Bild.

Am Ende wird das (fertige, hurra!) Mäppchen nochmal gebügelt. Für den Satinbandverschluss wird das längere Ende einmal um das Mäppchen gewickelt, dann bindet man eine Schleife mit den beiden Enden. Wie Knöpfe funktionieren sollte klar sein ;)
 

Und so kann das ganze aussehen:
geschlossen:

offen:

Rückseite:

Andere Varianten:

Nähanleitung Wendehandtasche

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Vor einiger Zeit wurde mir mal meine Lieblingshandtasche gestohlen, und da ich eine solche nicht noch einmal bekommen habe, habe ich angefangen, selbst herumzuprobieren. Angekommen bin ich bei einer Handtasche in einer A-Form, die so einfach herzustellen ist, dass ich sie jetzt schon mehrfach verschenkt habe.

Und der Clue - alle Nähte sind versteckt, daher kann man die Tasche wenden und muss sich nicht vorher entscheiden, ob man diesen tollen Druckstoff wirklich "nur" als Futterstoff verwenden will! 

Material (für diese Größe, man kann die Tasche natürlich beliebig verkleinern oder vergrößern): 

- zwei Stoffe je 60 x 60 cm (bei gesmusterten Stoffen gegebenenfalls mehr)

- Vlieseline S133 oder anderes nach Belieben - ich mag diese Taschenform gerne sehr stabil, und die S133 ist fast wie dünner Karton.

- Nähgarn

- ein kleiner Karabiner für das Schlüsselband

- andere Dekorationen nach Bedarf

Schnitt:

Dieses Bild ist verkleinert, für meine Taschengröße misst die Mittellinie genau 30 cm.

Hiervon schneide man aus jedem Stoff sowie aus der Vlieseline zwei Teile, je Vorder- und Rückseite. Da ich hier Stoff verwendet habe, bei dem das Muster auf den Kopf gedreht werden kann, habe ich die Unterkante an den Stoffbruch gelegt, so wie auf dem nächsten Bild zu sehen, und damit eine Naht gespart. Wenn beim Stoff oben und unten wichtig ist, geht das natürlich nicht.

Außerdem braucht man aus jedem Stoff und der Vlieseline je zwei Streifen für die Träger. Meine haben die Länge 60 cm und 5 cm Breite.

Zuletzt habe ich einen Streifen von 5 cm Breite und ca. 25 cm Länge als Schlüsselanhänger zurechtgschnitten, weil ich immer in meinen Handtaschen nach dem Hausschlüssel suche, und man so nur dran zu ziehen braucht 

Das sieht dann so aus: 

(Der Kleinkram oben im Foto ist der Karabiner für den Schlüsselanhänger und ein Knopf zum selbst beziehen - zeige ich später noch einmal genauer.)

Nähen: 

Zunächst die Vlieseline auf den dünneren der Stoffe bügeln (der braune Stoff hier ist Cord, der andere ein Baumwollstoff, ich habe den Baumwollstoff genommen).

Wenn man die beiden Seiten nicht bereits am Stoffbruch geschnitten hat, jetzt die Unterkanten der Stoffe zusammen nähen.

Dann jeweils die Hauptteile entlang der Unterkante falten, rechte Seite innen, und die langen Seiten zusammen nähen. Die unteren Ecken bleiben noch offen. Das sieht dann so aus: 

Im nächsten Schritt wird die Tasche dreidimensional - indem man den Stoff jeweils an den Einschnitten an den unteren Ecken auseinanderzieht und die Seite der Tasche (dort, wo die Naht durch die Mitte verläuft) mit dem Boden zunächst zusammen heftet und dann näht.

Geheftet sieht das in etwa so aus: 

Die Naht, die in diesem Bild von oben zur Mitte hin veräuft, ist die Seitennaht. Die untere Seite von rechts nach links mit einer gerade Naht zusammen nähen.

Dies wird auf beiden Seiten und dann natürlich auch mit dem anderen Stoff gemacht. Nun beide Taschenteile erstmal auf rechts drehen.

So, die komplizierten Schritte haben wir hinter uns. Erstmal Kaffeepause

 

Im nächsten Schritt werden die Träger erstellt. Also: rechts auf rechts aufeinander legen, zusammen heften, nähen, umdrehen (Eine lange Stricknadel an einem Ende durch den Stoffschlauch gepiekst hilft immens), bügeln, Kanten absteppen. Etwa so: 

Als nächstes kommt der Schlüsselanhänger. Ich benutze den Schrägbandformer, um den Stoff doppelt und dann nochmal doppelt zu falten, aber es geht natürlich auch ohne. Ich mag meinen Schrägbandformer eben! 

Also, Kanten nach innen, absteppen und dann den Karabiner in eine Schlaufe an einem Ende nähen.


 

Noch schnell den Knopf mit einem Stückchen von dem schönen bedruckten Stoff beziehen und wir haben alle Einzelteile zusammen: 

 

Jetzt muss alles natürlich noch zusammen gesetzt werden. Dazu eins der Taschenteile wieder auf links drehen - mit der Vlieseline S133 ist der Baumwollstoff schön steif geworden, daher nehme ich den, der weichere Stoff kann sich dann um den steiferen herum fügen und man sieht leicht, ob irgendwo etwas noch nicht passt.

Jetzt steckt man die auf links gedrehte Stoffhülle in die andere. Achtung: Die beiden Teile der Tasche sitzen tatsächlich so, wie in der fertigen Tasche später, also links auf links.

Jetzt zunächst den inneren Stoff nach außen umkrempeln und feststecken.

 

Im nächsten Schritt dann den äußeren Stoff nach innen umfalten und mit dem inneren zusammen feststecken, dabei auf jeden Fall alle Nadeln aus dem inneren Stoff entfernen.

Hier muss darauf geachtet werden, dass beide Stoffe gleichmäßig abschließen, da man diese Naht genau so nachher sieht.

Während die Seiten zusammengesteckt werden, außerdem die Träger und den Schlüsselanhänger einfügen. Die Träger setze ich auf jeder Seite etwa 1,5 cm von der Seitennaht entfernt, den Schlüsselanhänger genau auf eine Seitennaht. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Jetzt noch einmal (oder auch zweimal) um die Oberkante herum steppen, dabei möglichst nah an der Kante bleiben.

Knopf annähen, und ich habe auch noch zwei gelbe Straßsteine als Verziehrung gefunden. Hurra - fertig!

Viel Spaß beim Nachnähen. Feedback und Bilder würden mich freuen! 

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