Auf meiner nähtechnischen Reise durch die Modegeschichte hat es mich diesmal ins 16. Jahrhuntert verschlagen. Basierend auf Gemälden von Lucas Cranach dem Älteren habe ich mir die Garderobe einer sächsischen Edeldame um 1520 genäht.

Als Vorlagen dienten mir Hauptsächlich die folgenden beiden Gemälde:
Hauptstoff des Kleides ist dunkelgrüner Baumwollsamt, kombinert mit goldenem Damast und weißem Seidensatin.
Das Kleid selber besteht aus zwei Teilen: dem Rock und dem Oberteil.
Der Blickpunkt beim Oberteil sind die sehr aufwendigen, mehrfach geschlitzen Ärmel mit Seidenfutter. Allein an den Ärmeln habe ich über eine Woche gearbeitet.
Nach dem Vorbild von Cranachs Maria Magdalena (s.o. rechts) ist das Muster auf dem Brustband entstanden, gestickt mit kleinen weißen Perlen.
Geschlossen wird das Oberteil auf der rechten Seite des Brustbandes mit Haken und Ösen und darunter mit dem schwarzen Band geschnürt.

Der Rock zum Kleid hat eine Weite von gut 6 Metern und am Saum drei breite Brokatstreifen. Damit nichts verrutscht, wird er mit Haken unsichtbar am Oberteil befestigt.
Unter dem Kleid wird ein Unterrock aus grüner Baumwolle getragen, der mit goldenen Metallborten verziert ist.
Auch die Accessoires zum Kleid sind in Handarbeit entstanden:
Unter dem Samtbarett mit Straußenfederdekoration wird eine Damasthaube getragen die mit einem gehäkelten goldenen Netz und am Rand mit Goldborte und Perlen verziert ist.
Die Kette besteht aus altgoldenen Metallelementen und verschiedenen (Wachs)Perlen.
Für den Kleinkram den Frau so braucht, ist in der am Gürtel hängenden Tasche Platz und in diesem Fall dient der Gürtel gleichzeitig als Schwertgurt für "Salomes" Schwert.

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