Robe á la Francaise / Pet-en-l’air
Meine erste Auftragsarbeit ist nun seit einigen Wochen fertig und hat auch schon ihre zukünftige Besitzerin erreicht. Es sollte eine kurze Robe a la Francaise werden, die wenn möglich "lolitainspiriert" wirkt. 
Begonnen hat das ganze mit einer Skizze, die ich anfertigte, um der Kundin zu zeigen, wie ich mir das ganze Outfit so vorstellte. (hier zu sehen)
Nachdem diese angefertigt war und auch gefiel machte ich mich daran passendes Material zu finden, denn die Kundin hatte bereits den grüngoldfarbigen Saristoff gekauft, und wollte diesen verwendet haben. Da es sich hierbei jedoch um ein sehr spezielles grün handelte, musste ich einige Kurzwarenhändler absuchen, um passende Stoffe und Kurzwaren zu finden. 
Zum Ende hin hatte ich allerdings einiges an Material zusammengetragen. Und ich habe sogar noch einiges mehr verarbeitet - hätte nie gedacht, dass es überhaupt noch fertig wird, aber es ist mir geglückt-.
Pet-en-l’air oder auch Mantel des Grauens:
Anfangs war ich sehr begeistert von der Form und dachte daran auch für mich so eine Robe anzufertigen, als ich jedoch dann endlich begann das sch*****teil wunderschöne Werk zuzuschneiden und zusammenzustecken, gefiel es mir null....ich dachte nur an einen Sack, und es war gleich wie sehr ich es zusammensteckte, es blieb sackartig. 
Nunja nachdem ich mir dieses Trauerspiel diese Entwurfsform eine Weile angeschaut hatte, habe ich beschlossen es einfach mal zusammenzunähen.
Hierbei zeigte sich dann, dass in Zukunft wohl doch ein Kleid daraus entstehen könnte. ^__^
Und wie man sieht ist es immer noch ein Sack, hat es sich doch etwas gebessert. Das ganze frustete mich so sehr, dass ich es eine Weile einfach nur anstarren musste, um mir den nötigen Mut zuzusprechen, es wirklich fertig zu machen, daher beschloss ich......machen wir doch ersteinmal den Hut fertig *lach*
Gesagt, getan, er war in 2 Stunden fertig und die Farbkombination mochte ich sehr.
Vor allem der kleine Schmetterling hatte es mir
angetan -es gab leider kein grünes Vögelchen-.
Nun musste ich mir überlegen, wie ich weitermachen wollte, da nun die liebste Arbeit bereits getan war....und so entschied ich mich für den Unterrock, diesen habe ich aus reiner elfenbeinfarbener Wildseide gefertigt und ich liebe ihn *.
Er stand von Anfang an so wundervoll und die Seide lies sich auch super verarbeiten....bis....naja ich hätte ja ger
ne Rüschen, angeordnet in einer Sinuskurve, auf dem Rock angebracht, das sah auch gesteckt wunderbar aus, bis sich das ganze mehr und mehr auflöste* denn leider läst sich die Seide nicht so gut wie einfacher Polyestertaft mit einer Zackenschere bearbeiten -.-".
Daher entschied ich mich dann doch, die Rüschenbahn umzunähen und einen geraden Abschluss zu haben *vorher war´s s
chöner* Hier der Beweiß =>
So hier die Variante mit gezacktem Abschluss und natürlich der Spitze am Saum - so einen würde ich mir definitiv auch machen wollen -.
Und hier die Variante neu mit geradem Saum und kleinen Zierschleifen *die Endform des Rockes, er brauchte auf jeden Fall doch noch etwas grün* Nunja alles in allem ist er doch recht schön geworden - wo ich ihn jetzt so sehe -. Passend dazu habe ich natürlich auch ein Halsband angefertigt, das oben im Bild zu sehen ist.
So nun war auch der Rock soweit fertig, also entschied ich mich nun doch endlich mit dem Mantel weiterzumachen. Und nachdem ich die Ärmel angenäht hatte, konnte man auch endlich erkennen, was es einmal werden sollte.
Jedoch gefiel es mir immer noch nicht wirklich - aufgrund meiner sonstigen Arbeiten, bin ich eine sehr figurbetonte Kleiderform gewöhnt, daher sah es im Vergleich zu einer der Tournüren noch sackartiger nicht ganz so figurbetont aus -. Zeitgleich begann ich damit die Rüschenbahn für die Frontseite des Mantels zu richten und das Untermieder inklusive Schnürung, um den Mantel zu schließen.

Das Mieder war recht schnell gemacht, das es aus lediglich drei Teilen bestand, und auch die Rüschen waren sehr schnell gesteckt.....naja bis sie wirklich alle gleichmäßig saßen, musste ich sie etwa 5-mal stecken....aber joa >___< .
Und so nahm der Mantel nun doch endlich eine gute Form an *was die Verzierung so ausmacht*. Allerdings muss ich zugeben, dass ich auf anraten einer Freundin zwei Falten am Rücken bis zur Taille runter festgenäht habe, da das ganze ansonsten wirklich kaum eine Form gehabt hätte *ich bin einfach Tournürenfan*. Jedoch stand noch einiges an Arbeit bevor, denn natürlich muss an den Mantelsaum noch ein Abschluss dran, die Schnürung an der Front fehlte noch und auch die Ärmel mussten noch verzierte werden. Und so nach und nach kamen mir auch Ideen, wie das ganze aussehen sollte und was gut passen könnte.



Und auch wenn es auf dem Bild nicht so wirkt....die Schnürung ist exakt gleich lang auf beiden Seiten -.- und sogar mit Spiralfederstab verstärkt, damit man es gut schnüren kann.
Nun fehlte eigentlich nur noch der Stecker in der Mitte, hierbei war ich mir anfangs sehr unsicher wie ich denn am geschicktesten das Blankscheit einnähen könnte und naja, es ist mir sogar auf Anhieb gelungen *lach*
Hier der Grundierung des Steckers, ich wollte unbedingt eine Musterung im Hintergrund haben, bevor ich die Schleifen darauf setzte - sah einfach schöner aus -
Und hier der fertige Stecker :) 
Je mehr das ganze Form annahm, desto mehr gefiel es mir dann doch wieder, vor allem die Seide war ein Traum *___*
Für einer meiner nächsten Outfits möchte ich auch Seide verwenden! Wie man sieht sind an dem Stecker kleine Schlaufen angebracht, hiermit wird er am Mantel befestigt. Denn im Gegenzug habe ich an den Mantel kleine Bänder angebracht, mit welchen der Stecker, dann festgezogen werden kann, so ist es möglich den Stecker wirklich stabil anzubringen *es war mir wichtig, dass man sich auch mit diesem Outfit wirklich angezogen fühlt, daher wollte ich nicht, dass es nur durch Nadeln zusammengesteckt wird*
An Accessoires habe ich neben dem einen Halsband noch ein zweites auf Wunsch angefertigt, das eine ist aus Seide gemacht, während das andere aus Satinband und Chiffon gefertigt ist, zudem wollte ich noch einen kleinen Haarstecker dazu liefern.
Denn ein passender Hut ist zwar wichtig und notwendig, aber wenn man mal keine Lust hat die Bergere aufzusetzen, kann man ganz einfach den kleinen Stecker tragen.
Zudem lassen sich so auch der Rock und der Haarstecker einzeln zu einer Bluse oder ähnlichem kombinieren.
Als kleine Überraschung habe ich noch ein passendes Collier angefertigt, denn die Kundin musste ca. 3 Monate auf ihre Bestellung warten und nunja es war meine erste Auftragsarbeit.
So nun noch ein paar Aufnahmen des ganzen Werkes. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es doch recht viel Spaß gemacht hat an dem Auftrag zu arbeiten und sich an einer neuen Epoche zu versuchen - das zeigte mir umso mehr, dass ich den Tournüren treu bleiben werde -
Viel Freunde beim anschauen, ich hoffe es findet gefallen :) *und verzeiht die etwas unschönen Worte zu Beginn*




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